Freiheits- und Einheitsdenkmal

Mola + Winkelmüller Architekten GmbH BDA
Berlin, Deutschland 2009
Auftraggeber: Bundesrepublik Deutschland
vertreten durch den Deutschen Bundestag

Verfahren: Internationaler Gestaltungswettbewerb 
(Einer der 5 Beiträge mit den besten Abstimmungsergebnissen der Jury. Der Wettbewerb wurde anschließend erneut mit geladenen Teilnehmern ausgelobt)

Ein ringförmiges, in sich verdrehtes Band spannt in einer kraftvollen Geste einen Raum auf. Wie aus einer inneren Kraft heraus bäumt sich das Band auf, erhebt sich und berührt den Boden kaum. Fast tanzend umschließt es seine Besucher und bietet einen Moment der Konzentration vor einer einmaligen städtebaulichen Kulisse. Die spiegelnde Oberfläche lässt das Band immateriell erscheinen. Der Betrachter erkennt sich in der Gemeinschaft der Besucher.Das kreisförmige Band überspannt den restaurierten Sockel des ehemaligen Denkmals. An die Stelle des herrschaftlichen Reiterstandbildes tritt der offene Raum für die Besucher.

Die horizontale Ausdehnung und die spannungsvolle Form der raumgreifenden Skulptur leistet Widerstand gegen jegliche Zuordnung. Ohne in Konkurrenz treten zu wollen, behauptet sie sich mühelos gegen ihre mächtigen Nachbarn. Der Sockel des ehemaligen Nationaldenkmals wird restauriert und als historisches Zeugnis der Einheitsbewegung erfahrbar. Durch eine Rampe zugänglich gemacht, kann in ihm ein Ort der Information eingerichtet werden.

Der Entwurf bringt den Freiheitswillen und die Verbundenheit der deutschen Bevölkerung im Zusammenhang mit der ergreifenden Freude der Wiedervereinigung zum Ausdruck. Er rückt die Gemeinschaft der Menschen in den Mittelpunkt. Dem Entwurf liegt als geometrische Form ein Möbiusband zu Grunde. Es wurde 1858 zeitgleich von dem Göttinger Mathematiker und Physiker Johann Benedikt Listing und dem Leipziger Mathematiker und Astronomen August Ferdinand Möbius entdeckt. Das Band ist 6 m breit, etwa 35 cm dick und generiert einen Raum von etwa 45 m Durchmesser. Die Konstruktion besteht aus einem Stahlskelett, welches mit zur Aussteifung beitragendem Edelstahlblech verkleidet ist. Im Hohlraum angeordnete Schwingungstilger verhindern das Aufschaukeln der Konstruktion.